Zeit heilt deine Wunden nicht! Was du wirklich brauchst, um emotionale Blockaden zu lösen.

Überblick

Ganz bestimmt kennst du auch den Spruch Zeit heilt alle Wunden und vielleicht glaubst du sogar daran, weil du denkst diesen Spruch aus eigener Erfahrung bestätigen zu können. Worin das Problem liegt, wenn du diesem Spruch weiter glaubst, warum Zeit allein deinen Schmerz nicht auflösen kann, wie es kommt, dass es sich so anfühlt, als würde es dir mit der Zeit bessergehen und was du wirklich brauchst, um deine inneren Verletzungen langfristig zu heilen, all das erfährst du in diesem Artikel.

Wo das Problem liegt, wenn du dem Spruch weiter glaubst

Das Problem, welches dir möglicherweise noch gar nicht so bewusst ist liegt darin, dass du wahrscheinlich niemals die Notwendigkeit erkennen kannst wirklich mit Dem, was in dir blutet und schmerzt in Kontakt zu treten, wenn du einfach davon ausgehst, dass die Zeit es mit der Zeit schon machen wird.

Du darfst dir das so vorstellen, dass du unbewusst die Verantwortung für deinen inneren Frieden, nach dem du dich ja sehnst an etwas überträgst, was du weder sehen, anfassen oder begreifen kannst.

Und dann wird das, was unter deiner Oberfläche schlummert immer wieder als ein ewiger Dämon deiner Vergangenheit erwachen und in deinem Geist und deinem Körper sein Unwesen treiben.

Du kennst das vielleicht, dass er sich manchmal Monate oder sogar Jahre nicht blicken lässt. Und oft genau dann, wenn es dir grade richtig gut geht, wird er von einer unerwarteten Situation in deiner Gegenwart geweckt und erschwert dir durch schmerzliche Erinnerungen und belastende Gefühle den Moment oder sogar deinen ganzen Tag.

Oder die Schatten deiner Vergangenheit erscheinen dir im Alltag als unerbittliche Trigger, die dich lähmen, frustrieren oder Wut in dir auslösen.

Häufig sind es auch andere Menschen, von denen du glaubst, dass immer wieder sie es sind, die in dir Knöpfe drücken und somit deine Dämonen hervorholen.

Und dann gibt es noch den stillen Dämon, der ständig wie ein grauer Schleier über dir schwebt und dir den Weg zur Freude, Dankbarkeit und Zufriedenheit versperrt.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du weißt, was ich meine.

Vielleicht geht es dir in solchen Phasen, wie es mir viele Jahre ging. Und du versuchst dich mit allen Mitteln von deinem Schmerz abzulenken oder ihn so gut du kannst zu verdrängen.

Denn du denkst, dass die Methode Angst, Traurigkeit oder Wut zu bekämpfen, wegzudrücken und als etwas von dir Getrenntes und Fremdes zu betrachten, die einzige ist, die dir wirklich helfen kann.

Ich werde dir weiter unten erklären, warum sich belastende Gefühle überhaupt immer so fremd für dich anfühlen.  

Warum Zeit allein es nicht schafft dein Schmerz aufzulösen

Die Antwort liegt in einer Gegenfrage:

Wenn Zeit allein fähig wäre, deinen Schmerz aus der Vergangenheit zu heilen, wie ist es dann möglich, dass deine Dämonen immer wieder die Kraft behalten zurück zu kommen?

Im Grunde genommen macht Zeit selber gar nichts. Sie ist lediglich eine physikalische Größe, der unsere Körper auf dieser Erde unterliegen und sorgt dafür, dass wir immer älter werden. Im Alltag dient sie uns mittels Uhrzeit als Unterstützung und bietet uns Orientierung.

Aber sie allein hat weder mit deiner Heilung noch mit der Verschlimmerung deiner Sorgen zu tun. Und auch wenn sie natürlich dein ständiger Begleiter ist, verantwortlich für das, was sich für dich so anfühlt, als wäre Gras über deine Wunden gewachsen, ist wie so oft dein Unterbewusstsein.

Denn dein Unterbewusstsein ist ein Meister darin innere Prozesse zu automatisieren. Und dazu gehören auch deine oft über Jahrzehnte antrainierten Überlebens-und Vermeidungsstrategien.

Wie es kommt, dass es sich so anfühlt, als würde es dir mit der Zeit bessergehen

Genau genommen ist dein Schmerz, solange er niemals gefühlt und aufgelöst wurde, immer da und in deinem Körper präsent. Aber du nimmst ihn nicht wahr, weil dein Unterbewusstsein Tag für Tag zuverlässig seine Arbeit macht und dich in deinen gewohnten Mustern denken, fühlen, entscheiden und handeln lässt.

Und genau diese automatischen unbewussten Vermeidungsstrategien lassen dich glauben, dass es die Zeit gewesen wäre, die dafür gesorgt hat, dass es dir irgendwann besserging.

Dein Unterbewusstsein funktioniert am zuverlässigsten, wenn dein Tag in gewohnten Bahnen verläuft und du möglichst selten diese automatisierte Komfortzone verlässt. Denn wenn sich etwas Neues oder Unerwartetes ergibt, fehlen deinem Unterbewusstsein die gewohnten Reize und es kommt zu einer kurzfristigen Unterbrechung der automatischen Muster.

Und genau in diesem Moment passieren alle ungebetenen Gäste der Vergangenheit ungehindert die Schranke in deine bewusste Wahrnehmung.

Wie lange dein alter Schmerz dann anhält hängt wiederum davon ab, mit welchen Emotionen die neue oder unerwartete Situation einhergeht und wie schnell es deinem Unterbewusstsein gelingt, die Vermeidungs-und Schutzstrategien anhand dieser neuen (schmerzlichen) Erfahrung zu optimieren.

Die Schwierigkeit an der Sache ist, dass sich all diese unbeachteten und ungeliebten Anteile langfristig auf energetischer Ebene ablagern, und deinen Körper und deinen Geist blockieren. Denn woraus bestehen denn unsere Erinnerungen, Gedanken und Gefühle?

Ja, genau wie alles um und in uns, aus Energie! Und diese festsitzenden negativen Energien sind das, was wir emotionale Blockaden nennen.

Deshalb fühlen sich belastende Emotionen immer fremd in dir an

Womöglich wurde dir nie erlaubt negative Emotionen zu fühlen, und dadurch blieb dir auch jede Chance verwehrt zu lernen, wie sich diese Emotionen anfühlen, sie in deine Worte zu benennen und vor allem, dass du sie abfließen lassen kannst. Denn das liegt in deiner Natur. Wahrscheinlich wurde dir beigebracht artig, lieb, und ruhig zu sein und dich im Sturm deiner natürlichen (weiblichen) Emotionen zusammenzureißen und Tränen zu unterdrücken, weil es keinen Grund gibt zu weinen.

Und du bist nicht allein, denn die meisten von uns sind ähnlich aufgewachsen, wenn es um den Umgang mit vor allem negativen Emotionen geht. Dabei sind Angst, Wut und Trauer in Wahrheit gleichberechtigt mit Freude. Würden sie nicht zu uns gehören, dann könnten wir sie nicht fühlen. Die Natur irrt sich nicht!

Bitte nimm meine Erklärung jetzt jedoch nicht als Einladung in den Opfermodus wahr. Denn es geht nicht um eine Schuldfrage und es geht auch nicht darum, deine Verantwortung an deine Eltern oder sonst wen zu übertragen.

Denn deine eigenen kindlichen Glaubenssätze sind es, die deinen negativen Emotionen jede Daseinsberechtigung nehmen. Und dadurch entsteht dann in dir eine neue Angst.

Es ist die Angst vor deiner Angst.

Und diese Angst ist ein zuverlässiger und starker Antreiber für sämtliche Vermeidungs-und Schutzstrategien im Alltag.

Sie ist ganz oft der Hauptgrund für die Unfähigkeit aus deiner Komfortzone auszubrechen.

Sie ist das Fundament deiner Schutzmauer.

Was du wirklich brauchst, um deine inneren Verletzungen langfristig zu heilen

Vielleicht fehlt es dir im Alltag an einer kraftvollen und positiven Vorstellung davon, was dich hinter dieser angstbehafteten Schutzmauer erwarten könnte. Getrieben von der Vergangenheit befürchtest du, dass sich all die Schreckensszenarien deines Verstandes bewahrheiten werden und sich deine Erlebnisse wiederholen, wenn du dich deinen Ängsten hingibst.

Du befürchtest die Kontrolle zu verlieren.  

Bei mir war es zusätzlich so, dass ich eine falsche Vorstellung von innerer Heilung hatte. Ich dachte immer Heilung wäre ein einziger glückseliger Dauerzustand, dem es wohl nichts mehr hinzuzufügen gäbe. Ein Zustand in dem mir dauerhaft die Sonne aus dem Hinterm scheinen würde.

Falls auch du nach so einem Zustand suchst, dann lade ich dich ein diese Illusion langsam aber sicher ziehen zu lassen…

Mittlerweile weiß ich, dass langfristige Heilung deine Vergangenheit weder verändert noch auslöscht. Aber du nimmst sie an und schaust durch liebevolle Augen auf sie zurück. Du nimmst sie nicht mehr als schmerzhafte immer wieder aufbrechende Wunde wahr, sondern erkennst in den prägenden Erfahrungen deines Lebens wunderschöne Narben.

Narben von längst vergangenen Wunden, die nun nie mehr Gefahr laufen aufzureißen, dich jedoch liebevoll an den Weg erinnern, den du bereits gegangen bist und dir jetzt als weise Begleiter deiner Zukunft dienen.

Bisher hast du immer versucht die starke Blutung deiner inneren Wunden mit Pflastern zu stoppen. Anschließend hast du ihnen aber keine Beachtung mehr geschenkt, weil du deinen Leidensdruck erstmal erfolgreich senken konntest…kurzfristig!

Bisher konntest du nicht erkennen, dass in jeder erneuten Blutung eine Chance steckte. Eine wunderbare Möglichkeit die Pflaster endlich zu entsorgen und stattdessen mit einer liebevollen, achtsamen und vor allem geduldigen Wunderversorgung zu beginnen.

Vielleicht fehlte dir bisher aber auch eine liebevolle Begleitung, ein Mensch der dich sieht, wie du wirklich bist, eine schützende Hand, die dich trägt, während du dich deinen Ängsten stellst.

Denn nur deine Aufmerksamkeit und dein eigenes Mitgefühl haben die Kraft deine Wunden zu schließen und in wunderschöne Narbe zu verwandeln.

Was glaubst du warum sich dein Schmerz immer wieder an die Oberfläche kämpft?

Weil er dich braucht!

Er ist davon abhängig von dir gesehen, anerkannt und akzeptiert zu werden. Er möchte endlich den Platz in deinem Herzen einnehmen, nach dem er sich seit so langer Zeit sehnt.

Er ist wie ein kleines Kind, dass nach Aufmerksamkeit schreit. Ein kleines Kind, dass nie mehr wollte als Mitgefühl, Akzeptanz und Liebe.

Deine Liebe! Denn das Kind was da schreit, ist dein Kind.

Dein inneres Kind, dass niemand anderes ist als DU SELBST.

Meine Botschaft

Es ist niemals zu spät dir selbst Mitgefühl und Liebe zu schenken!

Denn stell dir vor, welche wunderschönen Erfahrungen dir zuteilwerden könnten, wenn du bereit wärst endlich loszulassen. Wenn du deine Energie dafür einsetzen könntest, was dein Herz zum Leuchten bringt.

Wie wäre es, wenn deine Lieben endlich (wieder) Freude in deinen Augen sehen könnten und du beginnst dich auf das zu konzentrieren, was in diesem Leben wirklich von Bedeutung ist?

Was wäre es für ein Gefühl deinen Rucksack endlich auszuleeren, die Steine der Vergangenheit zurück zu lassen, zu vergeben und den Rest deines Lebens freier, leichter, offener und liebevoller zu leben?

Wie würde es sich anfühlen, wenn du morgens voller Mitgefühl und Dankbarkeit in den Spiegel blicken könntest?

Hättest du den Mut ab sofort die Verantwortung für deine Gefühle zu übernehmen? Wärst du bereit dein Herz zu öffnen?

Über die Autorin

Hey, ich bin Anja, Expertin für Mütter mit emotionalem Essverhalten und Gründerin von duinspirierst. 

Auf meinem Blog schreibe ich regelmäßig über persönliche Erfahrungen mit Emotionalem Essen, Körperscham und dem Leben nach einer überwundenen Essstörung.

In diesem Zusammenhang berichte über einschränkende Glaubenssätze, Gedanken, Gefühle und die Heilung des inneren Kindes♥

Als zertifizierte Coachin möchte ich vor allem Mütter erreichen, die ein angespanntes Essverhalten haben, mit sich und ihrem Körper unzufrieden sind und einen Ausweg suchen.

Mütter, die einen eigenen Weg gehen wollen, um ihren Kindern ein natürliches, authentisches und starkes Vorbild zu sein. ♥

Von Herzen,

Deine Anja 

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