Emotionales Essen erkennen: Bist du betroffen? In 5 Telling’s zu mehr Klarheit

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Überblick

Bestimmt hast du auch schon Mal über deinen Hunger hinaus gegessen. Das Essen war einfach besonders lecker oder die Atmosphäre gab dies eben her. Oder du hast in herausfordernden Zeiten, wie z.B. das Wochenbett, Kita Eingewöhnung oder während einer beruflichen Neuorientierung, öfter als gewohnt zu Süßigkeiten und Co. gegriffen.

Aber bist du deshalb direkt eine Emotionale Esserin?

„Essen ohne (körperlichen) Hunger zu haben“ beschreibt den Hauptaspekt der gängigen Begriffserklärung für Emotionales Essen.

Aus einem aktuellen Artikel von Spiegel online geht hervor: „Etwa 30 Prozent aller Menschen hierzulande sind sogenannte emotionale Esser“ Das ist wirklich eine große Gruppe von Betroffenen. Und trotzdem wird selten offen darüber gesprochen.

Kein Wunder! 

Denn im Volksmund ist Emotionales Essen besser bekannt unter dem Begriff „Frustfressen“. Und wer möchte schon mit so einem Ausdruck in Verbindung gebracht werden?

Wenn du unsicher bist, ob du aktuell auch zu den 30% der Emotionalen Esser dazu gehörst und dir liebevolle Klarheit zu diesem Thema wünscht, dann ist dieser Artikel genau richtig für dich…

Luisa ist unsicher, ob sie eine Emotionale Esserin sein könnte...

Luisa ist Mutter von der 1,5 Jahre alten Karla. Sie empfindet im Alltag häufig Stress und greift dann regelmäßig zu Snacks und Süßigkeiten, die sie sonst eher meidet. Manchmal isst sie in solchen Momenten sogar ganze Packungen auf.

Während der Haupt-Mahlzeiten ist Luisa angespannt, weil sie sich ihre „alte“ Figur zurückwünscht.

Sie kann aktuell weder fühlen, wann sie wirklich Hunger hat, noch wann es Zeit ist, eine Mahlzeit zu beenden. Am liebsten isst sie in Ruhe, wenn ihre Tochter schläft. Daher trinkt sie zu den gemeinsamen Mahlzeiten teilweise nur ein Kaffee oder isst wenig.

Besondere Momente z.B. einen kinderfreien Abend zelebriert Luisa mit Essen. Dabei mag sie am liebsten sehr große Portionen.

Schon Tage vorher überlegt sie, was sie sich zu dieser Gelegenheit alles „gönnen“ möchte. Luisa verspürt im Übermaß Vorfreude und Hoffnung auf diesen Moment.

Insgesamt ist Luisa unzufrieden und wünscht sich mehr Unterstützung von ihrem Mann und eine Aufgabe für sich allein. Immer öfter sitzt sie am Abend mit der offenen Chips Tüte vor dem Fernseher und fragt sich, ob sie nun zu den „Frustessern“ gehört.

Sie lenkt sich mit Gedanken „dass es so schlimm ja noch nicht sei“ gerne von der Situation ab. Und trotzdem kreisen ihre Gedanken vermehrt um Essen. Nach ihren abendlichen Essanfällen plagt Luisa immer öfter ein schlechtes Gewissen. Am Morgen wacht sie mit einem Blähbauch und Unwohlsein auf.

„Ich brauche mich überhaupt nicht wundern, dass ich so aussehe…“ denkt Luisa während sie in den Spiegel blickt.

Telling 1: Welche Anzeichen aus Luisas Alltag, sind typisch für Emotionales Essen?

  • Ein Großteil von Luisas Nahrungsaufnahme findet am Abend statt, wenn die Karla schläft. Luisa empfindet dabei ein Gefühl von Belohnung und Entspannung.

 

  • In stressigen Situationen greift Luisa zu Lebensmitteln, die sie sonst nicht isst oder sich verbietet. Sie merkt nicht, welch große Mengen sie dann zu sich nimmt.

 

  • Besondere Ereignisse z.B. ein kinderfreier Abend wird mit Essen zelebriert. Luisa verbindet Essen mit Hoffnung und Freude.

 

  • Luisa isst oft allein. Nicht selten dann über ihren Hunger hinaus.

 

  • Kreisende Gedanken um Essen nehmen zu. Essen rückt immer weiter in Luisas Fokus. Sie verspürt vermehrt ein schlechtes Gewissen und schämt sich sogar vor ihrer Familie. Besonders liegengebliebene Verpackungen vom Abend sorgen regelmäßig für Schuldgefühle.

 

  • Luisa hat Schwierigkeiten eine Mahlzeit rechtzeitig zu beenden. Sie verspürt Angst, Unruhe und Verlust.

 

  • In Luisas Kopf wiederholen sich Gedanken wie „Jetzt ist eh alles egal“, „Nur noch heute…“, oder „Wenn X erstmal geschafft/vorbei ist, dann werde ich Y verändern“.

 

  • Wenn Luisa in einem bewussten Moment über ihre Situation nachdenkt, kommt ihr häufig der ablenkende Gedanke, „dass es so schlimm noch nicht sei.“

 

  • Trotzdem geht es Luisa emotional zunehmend schlechter, sie fühlt sich unwohl und hat Schwierigkeiten ihre Form zu halten. Zudem nehmen Magen-und Darm Beschwerden zu.

 

  • Luisa vermeidet es, ihre Bedürfnisse vor ihrem Mann zu äußern. Sie hat nicht gelernt zu ihren Bedürfnissen zu stehen bzw. diese ernst zu nehmen.

Telling 2: Wie entsteht ein emotionales Essverhalten?

Hast du dich auch in einigen Punkten wiedergefunden?

Dann darfst du jetzt erstmal verstehen, dass du, genau wie Luisa, nicht schuld bist an deinem Verhalten.

Jeder von uns trägt emotionale Verknüpfungen in Verbindung mit Nahrung in sich. Das liegt daran, dass wir als Säuglinge mit der (Mutter)Milch gleichzeitig Gefühle wie Nähe, Geborgenheit und Sicherheit aufgesogen haben.

Es ist kein Zufall, dass viele Menschen besonders süße Speisen mit positiven Emotionen verbinden.

Muttermilch ist von Natur aus süßlich und auch süße Früchte haben unseren Vorfahren signalisiert, dass keine Gefahr besteht und die Energiezufuhr somit sicherstellt ist.

Darüber hinaus liefern kurzkettige Kohlenhydrate, aus welchen Süßigkeiten und Snacks in der Regel bestehen, schnell Energie. Dies führt wiederum zu einer Ausschüttung u.a. vom Glückshormon Serotonin im Gehirn.

Hier wären wir auch schon bei der Erklärung, warum wir unbewusst bei Stress lieber zum Schokoriegel greifen, als zur Möhre.

Du siehst, all die Mechanismen, die hier am Werk sind, sind physiologisch normal und evolutionär bedingt.

Telling 3: Wann solltest du genauer hinschauen?

Niemand ist ein emotionaler Esser, weil er mal mehr ist, als ihm guttut. Oder er kurzfristig in herausfordernden Lebensphasen etwas mehr Junk-Food zu sich nimmt. Fahrt nimmt das ganze Thema auf, wenn aus diesem kurzfristigen Verhalten langfristig gewohnte Muster werden.

Aber wie entstehen aus diesen Mechanismen langfristig gewohnte Muster?

Auch hier trifft dich persönlich keine Schuld. Denn die Entstehung von gewohnten Mustern liegt in der Funktion unseres Gehirns begründet, aus möglichst jeder Handlung ein automatisiertes Muster anzulegen.

Wenn du also erstmal begonnen hast deine Gefühle mit Essen zu kompensieren, braucht es nur wenige Wiederholungen, damit in deinem Hirn ein entsprechendes Verhaltensmuster entsteht.

Sind die ersten Versuche, dich mit Essen zu trösten, dann auch noch von Erfolg und positiven Emotionen gekrönt, geht’s sogar noch etwas zügiger. Leider entsteht nach einer gewissen Zeit ein Teufelskreis. Denn mit jeder Wiederholung wird es langfristig schwerer, genau dieses Muster wieder aufzulösen.

An dieser Stelle möchte ich dir also liebevoll empfehlen, mal ehrlich in dein Herz und in deine Intuition hinein zu horchen:

Ist dein Verhalten bereits zur Gewohnheit geworden und du nimmst wahr, dass du nicht mehr ohne weiteres auf Alternativen zur Kompensation von Stress und Kummer zurückgreifen kannst?

Dann lohnt es sich nicht nur, sondern du solltest auch wirklich genauer hinschauen. Hole dir auch gerne Unterstützung, dann wird einiges einfacher.

Telling 4: Mögliche Folgen für dich und deine Kinder

In vielen Artikeln, die sich mit Emotionalem Essen beschäftigen, steht als Folge an erster Stelle langfristiges Übergewicht, sowie ein erhöhtes Risiko für ernährungsbedingte Erkrankungen. Und diese Tatsache möchte ich hier auch nicht in Frage stellen.

Jedoch ist meiner Erfahrung nach nicht direkt das emotionale Essverhalten „Schuld“ an überschüssigem Ballast, sondern der Jo-Jo Effekt aufgrund eines trägen Stoffwechsels.

Und ein träger Stoffwechsel entsteht oft erst durch wiederholende Diäten.

Und warum versuchst du Diät zu halten?

Weil du dich in deinem Körper unwohl fühlst, und du Schwierigkeiten hast, deine Form zu halten. Du bist im Alltag meistens angespannt und fühlst dich traurig und schuldig.

Du bist an manchen Tagen sogar verzweifelt.

Du denkst, dass du abnehmen musst und beginnst erneut mit deinem Diätverhalten.

Und dieses einschränkende Verhalten setzt dich noch weiter unter Druck und verstärkt eher dein emotionales Essverhalten.

Parallel wird dein Stoffwechsel träger, was dich daran hindert mit Leichtigkeit deine Figur zu halten. In der Folge fühlst du dich noch unwohler und schuldig…

Verstehst du nun, wie der der Teufelskreis immer weiter verstärkt wird?

Was ich damit sagen möchte ist, dass du beginnen solltest viel mehr Fokus auf deine  tieferliegenden Ebenen zu legen und die wahren Ursachen für z.B. Schuldgefühle, Traurigkeit, Angst und Scham anzuschauen.

Und im besten Fall zu lösen.

Wenn du deine emotionalen Blockaden löst, tust du damit auch deinen Kindern etwas Gutes.

Unterschätze niemals die feinfühlige Wahrnehmung deiner Kinder. Ihre Gehirne schwingen für viele Jahre auf anderen Frequenzbereichen und sind daher sehr empfänglich für emotionale Signale, die von den Personen in ihrer Umgebung ausgehen.

Du kannst noch so gut versuchen eine cleane Familie Mustermann Ernährung auf den Tisch zu bringen.

Die stärkste Wirkung erzielst du bei deinen Kindern nur mit dem, was du wirklich bist und ausstrahlst.

Ein Beispiel: Das Risiko ist erhöht, dass deine Kinder ein ähnliches Selbstbild von sich und ihrem Körper annehmen, wie du es in dir trägst.

Schau mal, wenn z.B. deine Tochter ständig mitbekommt, dass ihre Mama unglücklich mit sich und ihrem Körper ist und von einer Diät zu nächsten hetzt.

Was denkst du, wie glaubwürdig wirkst du auf sie, wenn du ihr versuchst zu erklären, dass sie wunderschön ist, so wie sie ist?

Sie wird den Widerspruch, den du gegenüber dir selbst in dir trägst spüren und ihn auf sich selbst beziehen.

Weiterhin wird nicht selten aus einem emotionalen Essverhalten schleichend ein angespanntes Essverhalten, welches in der Folge in einer Essstörung münden kann.

Und eines kannst du mir glauben, da hört der Spaß dann wirklich auf und das möchtest du nicht…

Also nochmal meine liebevolle Bitte 🙂

Fang an, näher hinzuschauen und ehrlich zu dir selbst zu sein.

Denn das ist immer der erste und wahrscheinlich aller wichtigste Schritt, um wieder in zufriedene und nützliche Bahnen zu kommen.

Telling 5: Ist Emotionales Essen eine Form von Essstörungen?

Laut der ICD-10-GM (Internationale Statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, German Modification) ist „Emotionales Essen“ keine offizielle Diagnose.

Aber…

Sehr häufig ist der Übergang zwischen emotionalem und krankheitswertigem Denk-Essverhalten sehr verschwommen und bedarf ausnahmslos einer ärztlichen oder fachtherapeutischen Beurteilung. Und tappe nicht in den Denkfehler, von dem ich viel zu lange fehlgeleitet wurde:

„Naja, solange ich mich nicht ständig übergebe oder untergewichtig bin ist ja noch alles okay, ich habe auf keinen Fall eine Essstörung…“

Von Essstörungen gibt es so viele unterschiedliche Formen und ich lege meine Hand ins Feuer, dass kein seriöser Arzt oder Therapeut dein Verhalten und deine Sorgen herunterspielt, nur, weil du vielleicht (noch) nicht in einem klassischen Bild einer Essstörung angelangt bist.

Wie geht es für Luisa weiter?

Luisa fühlt sich erleichtert. Zwar geht sie davon aus, dass sie bereits zur Emotionalen Esserin geworden ist, aber sie fühlt sich nicht mehr so allein.

Luisa hat mehr Klarheit und nimmt sich vor, wirklich zu handeln. Sie hat keine Lust mehr auf Diäten und möchte sich im Alltag nicht mehr so angespannt und gestresst fühlen.

Luisa will sich ihre Sorgen und Gefühle näher anschauen. Und sie holt sich Hilfe, denn sie hat ein bisschen Angst vor dem was sich zeigen könnte, wenn sie genauer hinsieht. Eines weiß Luisa jetzt genau:

Sie möchte ihre ungelösten emotionalen Blockaden nicht an ihre Tochter übertragen.

Wie kann es jetzt für dich weiter gehen?

Ich arbeite gerade an meinem Deep Dive Workshop ⇓

Mama i(s)st emotional

→Gemeinsam gehen wir einschränkenden Glaubenssätzen und Überzeugungen auf den Leim

→Konkret sprechen wir darüber, wie sich Gefühlszustände auf deine Kinder übertragen. Und du dies zukünftig in liebevolle Richtungen lenken kannst

→Zusammen erarbeiten wir konkrete Schritte, die dir helfen, dich langfristig vom Emotionalen Essen zu befreien

Erfahre als Erste, wenn der Workshop an den Start geht...

Melde dich jetzt unverbindlich an 🙂 ⇓

Über die Autorin

Hey, ich bin Anja, Expertin für Mütter mit emotionalem Essverhalten und Gründerin von duinspirierst. 

Auf meinem Blog schreibe ich regelmäßig über persönliche Erfahrungen mit Emotionalem Essen, Körperscham und dem Leben nach einer überwundenen Essstörung.

In diesem Zusammenhang berichte über einschränkende Glaubenssätze, Gedanken, Gefühle und die Heilung des inneren Kindes♥

Als zertifizierte Coachin möchte ich vor allem Mütter erreichen, die ein angespanntes Essverhalten haben, mit sich und ihrem Körper unzufrieden sind und einen Ausweg suchen.

Mütter, die einen eigenen Weg gehen wollen, um ihren Kindern ein natürliches, authentisches und starkes Vorbild zu sein. ♥

Von Herzen,

Deine Anja 

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