Abendliche Essanfälle: Diese 5 Auswirkungen können sie auf deinen Mamaalltag haben…

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Überblick

Gehörst du auch zu den emotionalen Esserinnen, die vor allem am Abend regelmäßig die Kontrolle verlieren? Begleitet dich gefühlt jeden Tag abends der Impuls noch etwas essen zu müssen, um abzuschalten und Befriedigung zu finden? Damit bist du wirklich nicht allein!

Über mehrere Jahre hatte ich am Abend und auch in der Nacht massive Essanfälle, die einem Rausch gleichkamen. Und weißt du was das Schlimmste war? Ich konnte es nicht aufhalten, konnte nicht ausbrechen, es gab kein Entkommen…Jeden Tag hoffte ich aufs Neue, dass Tag X bald da sein würde. Der Tag, an dem das endlich ein Ende hätte.

In diesem Beitrag erzähle ich dir, wie Essanfälle deinen darauffolgenden Tag beeinflussen können. Ich möchte dir damit helfen, wichtige Zusammenhänge zwischen deinen Essanfällen und stressigen Situationen deines Alltags zu erkennen…

Alles beginnt mit dem Morgen danach…

Der Wecker ertönt in meinen Ohren. „Nein, ich will nicht! Ich kann nicht! Ich schaffe das nicht“ denke ich und fühle mich wie vom Laster überrollt. Mein Bauch ist unangenehm aufgebläht und unruhig.

Obwohl ich noch schlaftrunken bin, spüre ich Scham und Selbsthass. „Wieder war ich nicht stark genug! Wenn jemand wüsste, dass ich so undiszipliniert bin. Warum kann ich nicht aufhören zu essen? Ich bin schwach und selbst schuld!“ Während meine Gedanken kreisen drücke ich die Schlummertaste, in der Hoffnung meiner grausamen Realität noch wenigstens ein paar Minuten entfliehen zu können.

Und doch holt sie mich ein und ich stehe mal wieder deutlich zu spät auf. Trauer und Verzweiflung überkommen mich, während ich auf meinen Körper herunterblicke. „So werde ich es niemals schaffen abzunehmen!“ Und plötzlich ist da Druck auf meiner Brust. Er steigt hinauf in meine Kehle.

Dahinter steckt Angst.

Meine tiefsitzende Angst zuzunehmen. Die Angst, vor der Zahl auf der Waage.

Ich versuche ruhig zu bleiben, in der Hoffnung, dass es nicht so schlimm sein wird. Schritt für Schritt gehe ich Richtung Bad. Es fühlt sich an, als befände ich mich auf dem Weg zu meinem Richter.

Ich ziehe mich aus. Komplett. Ich schließe die Augen und steige angsterfüllt und zugleich hoffend auf die Waage. Jetzt stehe ich drauf. Mein Herz klopft, der Druck schnürt mir die Kehle zu. Ich öffne die Augen, hole Luft und blicke hinab…

„Deshalb begann ich meine Gedanken, Gefühle und mein Verhalten, gegenüber meinem Kind und Umfeld allgemein, an den Tagen nach Essanfällen, zu beobachten.“

Dieser Morgen war viele Jahre meine Realität. In den ersten Monaten nach der Geburt meines Sohnes, hatte ich noch immer am Abend Essensdrang, dem ich mich hingeben musste. Zu diesem Zeitpunkt gab es jedoch auch schon etliche Tage, an denen ich frei war. Tage, an denen ich am Morgen unbeschwert aufstand und mich auf den Tag mit meinem Baby und den dazugehörigen Herausforderungen freute.

Dieser gravierende Unterschied gab mir sehr zu denken. Deshalb begann ich meine Gedanken, Gefühle und mein Verhalten, gegenüber meinem Kind und Umfeld allgemein, an den Tagen nach Essanfällen zu beobachten.

Es dauerte nicht lang bis ich feststellte, dass ich, je nachdem wie mein Abend davor verlief, mit völlig unterschiedlichen Wahrnehmungen durch den Tag ging. Und nicht nur das…

Auch die Stimmung und Kooperation meines Sohnes schien sich meiner (inneren) Situation anzupassen.

Konnte es sein, dass mein Kleiner ein Spiegel für meine Gefühlszustände war?

War es möglich, dass er unbewusst mit seinem Verhalten spiegelte, was er in mir wahrnahm?

1. Deine Gefühlszustände…wie sie deine Kinder im Heute und im Morgen beeinflussen

Die Gehirnwellen von Babys und Kleinkinder schwingen in niederfrequenteren Bereichen als bei Erwachsenen. Daher sind sie hochempfänglich für sämtliche Signale, die sie an Erwachsenen und vor allem an ihren Eltern beobachten und wahrnehmen können.

Hinzu kommt, dass diese niederfrequenten Hirnwellen (Im Alter zwischen 2 und 6 Jahren vorrangig Delta und Theta Wellen) die Fähigkeit haben, Unmengen an Informationen im Unterbewusstsein zu speichern. Daher geht die aktuelle Forschung davon aus, dass die frühkindliche Prägung, die sogenannte Programmierung des Unterbewusstseins hauptsächlich in den ersten 6-7 Lebensjahren stattfindet.

„Warum weint er nur ständig, ich kuschle doch den ganzen Tag mit ihm und Hunger kann er doch auch nicht schon wiederhaben. Vielleicht hat er Schmerzen…“

Wenn du mehr über die Hirnwellenmuster bei Kindern erfahren möchtest, dann sieh dir diesen tollen Beitrag von Jana Zaujecova (Lebens-und Sozialberaterin in Ausbildung) an. Ich habe ihn bei meinen Recherchen gefunden.

Auch Jesper Juul schreibt in seinem Buch „5 Grundsteine für die Familie“ ausführlich über die unterschiedlichen Hirnwellen je nach Alter des Kindes. Zum Buch kommst du hier. (es handelt sich nicht um einen Affiliate Link) Das Buch ist einfach sehr aufschlussreich, daher möchte ich es gern mit dir teilen.

Aber was bedeutet das jetzt für dich und deinen Alltag?

Es bedeutet, dass dein Kind je kleiner es ist, keine andere Möglichkeit hat, als auf deine nonverbalen Signale, die es von dir empfängt mit Verhalten entsprechend seiner Möglichkeiten zu reagieren. (Stimmungen / Emotionen).

„Warum weint er nur ständig, ich kuschle doch den ganzen Tag mit ihm und Hunger kann er doch auch nicht schon wiederhaben. Vielleicht hat er Schmerzen…“

„Nicht jedes Verhalten von Kindern ist eine reine Spiegelung, denn das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass du alles nur durch deine Selbststeuerung lenken könntest.“

Dein Kind spürt diese Unsicherheit und reagiert entsprechend darauf. Natürlich ist es auch möglich, dass ein körperliches Symptom oder ein echtes Bedürfnis hinter dem Weinen steckt.

Nicht jedes Verhalten von Kindern ist eine reine Spiegelung, denn das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass du alles nur durch deine Selbststeuerung lenken könntest.

Das ist nicht der Fall!

Natürlich haben Kinder einen eigenen Charakter und auch eigene Stimmungen, die aus ihnen selbst herauskommen. (Und zwar zur Genüge… 😉 )

Häufig jedoch spiegeln uns vor allem unsere kleinen Kinder unsere eigene Gefühlswelt. Und auf jeden Fall hat unsere innere Ausrichtung einen großen Einfluss auf sie.

Allein dieses Wissen könnte für dich schon wertvoll sein.♥

Jetzt versetze dich bitte einmal liebevoll in dein Kind. Welche Signale empfängt es von dir an so einem Morgen?

2. Dein Versuch dich zusammenzureißen und Emotionen zu unterdrücken

Kinder haben aufgrund ihrer fehlenden Erfahrung keine andere Möglichkeit, als unser Verhalten auf sich selbst zu projizieren. Wenn sie in Mamas Augen Traurigkeit sehen, dann nehmen sie nicht nur die Traurigkeit selbst wahr, sondern sie gehen davon aus, dass diese Traurigkeit mit ihnen zusammenhängt.

Sie reagieren wieder ihrer kindlichen Möglichkeiten entsprechend. Wie dieses Verhalten aussieht ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Einige reagieren mit Rückzug, andere fordern in besonderem Maße Aufmerksamkeit oder kooperieren mit dir, in die gegenteilige Richtung.

„Und wie oft kommt es vor, dass du versuchst dich vor deinen Kindern besonders zusammenzureißen“

Und wie oft kommt es vor, dass du versuchst dich vor deinen Kindern „besonders zusammenzureißen“ an so einem Morgen. Zu lächeln, vielleicht besonders lieb zu sein, damit sie nur nichts spüren, von deinen wahren Gefühlen.

Du möchtest ja eben genau das vermeiden! Dass deine Kinder spüren, wie schlecht es dir geht und denken, es hätte mit ihnen zu tun.

Jedoch erreichst du damit das Gegenteil

Zudem ebnet dieser Weg auch genau den, den wir als Kinder unserer Generation noch gelernt haben. Dass unsere (schweren) Emotionen nicht richtig sind, unterdrückt gehören und schon gar nicht gezeigt werden dürfen.

„Und natürlich würdest du mit diesem Glauben deinem weinenden Kind immer liebevoll sagen, dass es doch keinen Grund gibt traurig zu sein.“

Bitte mach das nicht.

 

Denn damit prägt sich dein Kind, das in diesen oben beschriebenen niederfrequenten Hirnwellen alles in sich aufsaugt, ein, dass seine Gefühle nicht richtig sind.

 

Es wird somit nicht lernen, diese zu steuern und mit ihnen zu sein.

3. Die gesamte Alltags-und Mahlzeitenstruktur ist erschwert und gerät ins Wanken

Du wirst mir vielleicht zustimmen, dass du an so einem Morgen alles andere als fröhlich und leicht aus dem Bett kommst.

Dass es dir deutlich schwerer fällt, dich zu motivieren frisches Obst und Gemüse für die Brotdosen zu schneiden und selbst Brote zu schmieren.

Womöglich hattest du dir am Abend davor vorgenommen, dir das Leben etwas zu erleichtern und in der Küche für den nächsten Tag schon ein bisschen was vorzubereiten.

Aber wieder kam dir der Essensdrang dazwischen und du bist förmlich mit dem Essen vor Netflix versackt, und hast dich irgendwann spät schon halb schlafend ins Bett geschleppt.

 

Kurzer Reminder: ♥I feel you!!!!!♥

„…oder dich in deinem Irrglauben „schwach zu sein“ bestätigt siehst. Das ist Blödsinn! Und du bist wunderbar!“

Ich bin mir sicher, dass du an solchen Tagen morgens auch nicht mit deinen Kindern zusammen essen magst, weil du verständlicherweise weder Appetit noch Muße hast, wieder zu essen.

Und was sagst du in solchen Situationen zu deinen Kindern? Fragen deine Kinder, warum du nichts isst?

Oder ist dieser Start in den Tag schon deine Norm geworden, so wie es bei mir viele Jahre der Fall war?

Mir ist es sehr wichtig, dass du meine Zeilen nicht als Angriff siehst oder dich in deinem Irrglauben „schwach zu sein“ bestätigt siehst. Das ist Blödsinn! Und du bist wunderbar! 😉

Ich möchte mit meinen Worten lediglich dein Bewusstsein wecken.

Denn ich weiß nicht, ob dir bewusst ist, dass die abendlichen Essanfälle auch Auswirkung haben, auf deinen Wunsch abzunehmen.

„Leider basieren deine Annahmen auf Diätüberzeugungen“

Nicht weil du direkt durch die Essanfälle zunimmst. Sondern weil du (wie ich viele Jahre) bestimmt auch zu denen gehörst, die versuchen ihre Essanfälle vom Abend am nächsten Tag, durch weniger Mahlzeiten oder besonders kalorienarme Speisen, zu kompensieren.

Leider basieren deine Annahmen auf Diätüberzeugungen und enden in den meisten Fällen immer mit einem trägen Stoffwechsel und anhaltendem Jo-Jo Effekt. 🙁  

Und von dem Stress, den es in deinem Körper auslöst, wenn du ständig Hunger hast mal ganz abgesehen…

Ich hoffe, dir werden all die Zusammenhänge bis hierhin schon etwas klarer. 🙂

4. Anspannung und Stress macht sich breit…banale Situationen geraten außer Kontrolle

Du bist voller schwerer Emotionen wie Scham, Schuld, Ohnmacht und Verzweiflung, welche du dir selbst verbietest und gegen sie in den Widerstand gehst.

Und das macht dich innerlich noch härter, noch angespannter und deine Toleranzgrenze ist dementsprechend niedrig.

Beim Zähneputzen mit den Kindern und beim Anziehen läuft natürlich nicht alles reibungslos.

Du bist genervt, vielleicht macht es dich sogar wütend.

Du hast wenig Energie und bist weit davon entfernt, innerlich klar zu sein.

Du versuchst es mit deinen Kindern in Ruhe, aber sie wollen einfach nicht so wie du.

Du schimpfst und hast schon die Nase voll, bevor der Tag überhaupt angefangen hat.

Die Situation droht zu eskalieren und dem könntest du jetzt emotional einfach nicht auch noch standhalten.

„…war das für meinen weiteren Weg, in die emotionale Freiheit, ein echter Game Changer.“

Du wählst den Weg des geringsten Widerstands und gibst nach.

Das wiederum verstärkt deine Wut auf dich selbst. Du ziehst dich innerlich zurück.

Kennst du dieses Horror Szenario? Ich kenne es! 🙁

Und als ich erkannte, wie sehr meine abendlichen Essanfälle und damit verbunden schweren Emotionen zu der Entwicklung solcher Szenarien beitrugen, war das für meinen weiteren Weg in die emotionale Freiheit ein echter Game Changer.

Und zugleich ein wahnsinniger Ansporn.

Denn ich wollte alles in meiner Macht Stehende tun, um ab diesem Zeitpunkt jeden Tag gut für mich zu Sorgen, so dass ich meine Energie halte und schwere Emotionen besser steuern kann.

Damit mein Kind hauptsächlich Freude in meinen Augen sieht und ich an schweren Tagen noch Kraft habe ihm entwicklungsgerecht zu erklären, dass ich traurig oder wütend bin.

„Dass auch sie Teil des (wunderschönen) Lebens sind…dass sie auch zu uns gehören.“

Damit ich mich traue vor meinem Sohn zu weinen, und er lernt, das Tränen normal sind.

Dass auch sie Teil des (wunderschönen) Lebens sind…dass sie auch zu uns gehören.

Und dieses Vorgehen klappt 🙂 Dazu hat es Auswirkungen auf deine anderen Lebensbereiche.

Denn du hast bestimmt auch schon gemerkt, dass dein Tag nicht plötzlich besser wird, wenn dein Baby schläft oder die Kids in Kita und/ oder Schule angekommen sind.

Nein, dann geht es oft ja erst richtig los…

5. Vorbelastete Wahrnehmung…der Sog der Abwärtsspirale reißt dich nach unten

Wie geht in der Regel so ein Tag weiter?

Natürlich nimmst du die weiteren Situationen, Begegnungen und Worte, die du hörst durch genau diese getrübte Brille wahr.

Deine Wahrnehmung ist noch vor dem Mittagsessen vorbelastet und deine Energie Akkus haben, wenn überhaupt, nur noch einen Balken von Vier.

Egal ob am Arbeitsplatz, beim Einkaufen oder im Gespräch mit Freunden oder dem Partner, alle scheinen sich gegen dich verbündet zu haben. Oder sie verstehen dich einfach nicht.

Und weil bei dir, als Emotionale Esserin, möglicherweise auch ein verletztes inneres Kind eine Rolle spielt, hat auch dein inneres Kind keine andere Möglichkeit, als jegliche Begebenheit dieses Tages auf sich zu beziehen.

Und sich in seinen einschränkenden Glaubenssätzen bestätigt zu sehen.

Und was tut dein inneres Kind am Abend, um Trost zu finden?

Es tut, was es schon so lange tut…

…weil es nichts anderes gelernt oder vorgelebt bekommen hat…

…essen um sich abzulenken,

…um all das nicht fühlen zu müssen, nur für diesen Moment…

Was du aus diesem Beitrag mitnehmen könntest

Sind dir die Zusammenhänge etwas bewusster geworden? Denn das allein wäre schon großartig 🙂

Bewusstsein ist ein erster wichtiger Schritt und wenn du magst, beginne damit dich in den nächsten Tagen mal mit diesem neuen Bewusstsein zu beobachten.

Deine Gedanken, Gefühle und dein (wiederkehrendes) Verhalten. Und bitte immer durch liebevolle Augen ♥ 😉

Es ist nicht schlimm, negative Erfahrungen zu machen, im Gegenteil. Sie sind erforderlich für deine Ent-Wicklung und dein Wachstum.

Problematisch kann es werden, wenn du trotz Bewusstsein, immer wieder dieselben negativen Erfahrungen machst.

Denn dann könnte es sein, dass du dich (unbewusst) längst für sie entschieden hast…

Lust auf Mehr?

In der Fortsetzung dieses Beitrags, gebe ich dir drei kurzfristige „Lösungsansätze“ an die Hand, die du sofort umsetzen kannst, um besser mit dir selbst an dem Morgen nach einem Essanfall umzugehen. ♥

Die Strategien werden dir helfen, gar nicht erst in den Sog der Abwärtsspirale zu geraten.

Außerdem erwartet dich ein kleines „Goodie“ zum Artikel, welches dich im Alltag direkt unterstützen wird…

Sei gespannt 🙂

⇒Zum Artikel kommst du hier…

Über die Autorin

Hey, ich bin Anja, Expertin für Mütter mit emotionalem Essverhalten und Gründerin von duinspirierst. 

Auf meinem Blog schreibe ich regelmäßig über persönliche Erfahrungen mit Emotionalem Essen, Körperscham und dem Leben nach einer überwundenen Essstörung.

In diesem Zusammenhang berichte über einschränkende Glaubenssätze, Gedanken, Gefühle und die Heilung des inneren Kindes♥

Als zertifizierte Coachin möchte ich vor allem Mütter erreichen, die ein angespanntes Essverhalten haben, mit sich und ihrem Körper unzufrieden sind und einen Ausweg suchen.

Mütter, die einen eigenen Weg gehen wollen, um ihren Kindern ein natürliches, authentisches und starkes Vorbild zu sein. ♥

Von Herzen,

Deine Anja 

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