Dieses Foto meiner Kindheit durfte wirklich NIEMAND sehen!

Überblick

Wie alte Erinnerungen und negative Glaubenssätze das Leben noch heute beeinflussen können. Aber WER und WAS dir wirklich langfristig hilft inneren Frieden zu finden!

Wenn ich in die Vergangenheit zurückreisen könnte, dann würde ich in meine Grundschulzeit zurückkehren. Ich würde verhindern, dass in dem Kind, welches ich damals war, ein negativer Glaubenssatz entsteht. Verbunden habe ich diesen Glaubenssatz immer mit einem ganz bestimmten Foto. In diesem Beitrag zeige ich dir nicht nur, welches Foto das war, sondern ich erkläre dir auch, wie sich meine Sicht auf dieses Foto veränderte, nachdem ich mein inneres Kind geheilt habe. Am Ende des Artikels wirst du verstehen, wer und was wirklich die Kraft hat, dich von alten Erinnerungen und Gefühlen zu befreien.

Kennst du schon den ersten Teil von diesem Beitrag?

Letzte Woche habe ich offen darüber berichtet, wie sehr ich mich jahrelang für meine Geheimratsecken geschämt habe. Ich habe erklärt, welche Lösung ich für mich gefunden habe, um meine Scham und meine Ängste aufzulösen.

Wenn du auch von Geheimratsecken betroffen bist, dich womöglich schämst oder dich das Thema „Bodyshaming“ interessiert, dann findest du hier den Beitrag von letzter Woche.

Wohin ich zurückkehren würde

Die Zeit, an die ich zurückkehren würde, wäre der Tag der Klassenfotos als ich 11 Jahre alt war und die vierte Klasse besuchte. Ich weiß noch, dass ich schon damals als junge Anja fähig war, Körperscham zu empfinden. Schon am Morgen hatte ich große Angst hinterher auf den Fotos hässlich auszusehen.

Mich schockiert die Vorstellung, dass ein so junger Mensch mit 11 Jahren, ein Mädchen, solche Scham wegen seines Aussehens empfinden kann.

Meine Mutter, die mich natürlich durch die Augen ihrer Liebe sah, band mir die Haare an diesem Morgen zu einem strengen Zopf nach oben. Sie fand mich mit dieser Frisur wohl einfach schön und ich glaube es fehlte ihr ein wenig an Empathie, um die Scham, die ich mit dieser Frisur empfand wahr oder auch ernst zu nehmen. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich ihr überhaupt mitgeteilt habe, wie es mir wirklich ging.

Hätte ich das, was ich fühlte, überhaupt in Worte fassen können?

Auf jeden Fall erinnere ich mich genau, dass ich mich schon zu dieser Zeit unter anderem wegen meiner Geheimratsecken hässlich fühlte. Und trotz meiner Schamgefühle ging ich an diesem Tag mit dieser Frisur in die Schule und stellte mich den Klassenfotos…

Weil meine Mama diese Frisur schön fand.

Denn genau das ist es doch, was wir als Kinder machen. Wir vertrauen unseren Eltern bedingungslos und möchten sie auch nicht enttäuschen.

Leider waren die Scham und die Überzeugung mit diesem Zopf hässlich zu sein in mir so real und schmerzhaft, dass sich genau diese Situation in meinem Unterbewusstsein eingebrannte.

Die kleine 11-Jährige Anja konnte diese Schamgefühle noch nicht ertragen! Sie bedrohten sie, aber sie konnte ihren Ursprung auch nicht verstehen. Also gab sie sich selbst die Schuld daran. Sie wusste jedoch, dass sie diese Gefühle zukünftig vermeiden müsste, wenn sie überleben will.

Was glaubst du habe ich an diesem Tag entschieden?

Ich erzähle es dir:

Die Entscheidung für einen negativen Glaubenssatz war gefallen

Die 11-Jährige Anja, die ich damals war entschied, dass ich mich auf keinen Fall so zeigen dürfte, wie ich bin, wenn ich überleben will.

Die Saat einer meiner negativen Glaubenssätze war gelegt.

„Ich darf mich nicht zeigen, wie ich wirklich bin!“

Und genau diese kindliche Entscheidung führte dazu, dass die alte Scham und der Schmerz immer wieder in mir hochkamen, wenn ich genau dieses Foto aus der 4. Klasse von mir sah.

Das originale Porträt der Klassenfotos aus der vierten Klasse 1999/2000.

Und weil ich irgendwann auch eine Angst vor dieser Scham und dem Schmerz entwickelte, vermied ich es für viele Jahre mir überhaupt Fotos aus dieser Zeit oder eben genau dieses spezielle Foto anzusehen. Diese Vermeidungsstrategie löste meine Gefühle jedoch nicht auf.

Im Gegenteil!

In mir formte sich eine immer härter werdende emotionale Blockade, die dazu führte, dass ich mich in meinem weiteren Leben als Jugendliche und junge Frau bis vor kurzem nicht zeigen konnte, wie ich wirklich bin und schon gar nicht mit meinen offenen Geheimratsecken.

Als ich begann mein inneres Kind zu heilen und Stück für Stück alte negative Glaubenssätze aufzulösen, veränderte sich nicht nur mein gegenwärtiges Selbstbild, sondern ich sehe jetzt auch die 11-Jährige Anja der Vergangenheit mit anderen Augen.

Wie sich meine Wahrnehmung veränderte, nachdem mein inneres Kind geheilt war

Wo ich vorher nur Scham und Schuldgefühle für mich selbst übrighatte, war plötzlich Liebe und Mitgefühl. Ich erkannte, dass sich mit der Zeit das Foto in meinem Kopf verzerrt hatte. Denn in dem Gemisch aus Scham, Schuld und Angst brannte sich ein ganz anderes Bild der Vergangenheit in meinem Unterbewusstsein ein, als es womöglich real war oder wie meine Mutter, Mitschüler oder Außenstehende mich wahrgenommen haben.

Wenn ich nur an dieses Foto dachte, dann empfand ich meine Geheimratsecken als deutlich großflächiger, als sie es tatsächlich waren. Wenn ich heute drauf schaue erkenne ich sogar, dass sie damals noch gar nicht so ausgeprägt waren.

Und ich habe mich in meiner verzerrten Erinnerung immer älter auf dem Foto gesehen, was möglicherweise damit zusammenhing, dass ich seitdem ich denken kann versucht habe Verantwortung zu übernehmen.

Ein Akt der Selbstliebe, das ist es

Wenn ich nun an diesen Morgen zurückreisen könnte, dann würde ich meiner Mutter erklären, was die 11-Jährige Anja gerade empfindet und würde ihr den Tipp da lassen, Anja einfach zu fragen, wie sie ihre Haare gerne tragen möchte.

Ich würde sie aber auch in den Arm nehmen und ihr sagen, dass es nicht ihre Schuld sei!

Der kleinen Anja würde ich die Geschichte vom hässlichen Entlein erzählen und ihr anschließend zeigen, wie wunderschön sie in Wirklichkeit schon war und immer weiter werden wird.

Ich würde sie an die Hand nehmen und sie zur Schule begleiten. Und während des Fotoshootings könnte sie mich in einer Ecke sehen, wie ich ihr beide Daumen hoch zeige.

Und auf meinen Lippen könnte sie folgende Worte lesen:

„DU BIST SCHÖN!“

Soll ich dir was verraten?

Wer und was dir (echten) inneren Frieden bringt

Es ist gar nicht wichtig, ob Zeitreisen jemals möglich sein werden. Denn ich habe genau diese Reise bereits gemacht!  Ich bin in meinem Herzen als die erwachsene und starke Frau, die ich jetzt bin zurückgegangen, um den Schmerz der 11-Jährigen Anja FÜR SIE zu fühlen. Denn das konnte sie damals noch nicht. Während dieser Reise habe ich mir selbst Mitgefühl, Verständnis und Liebe geschenkt.

Und genau diese mentalen Reisen und diese Liebe sind es, die uns heilen!

Nur ich allein konnte meinen negativen Glaubenssatz auflösen und eine neue Entscheidung treffen. Diese neue Entscheidung ist es, die in meinem Alltag heute den Unterschied ausmacht.

Denn innere Heilung löscht negative Emotionen nicht aus, jedoch weiß ich heute mit ihnen umzugehen. Und die neue Entscheidung trägt mich und bietet mir dann Orientierung, wenn ich „Gefahr“ laufe in alte Denk-und Verhaltensmuster zu rutschen.

Denn auch das geschieht und ist völlig normal 🙂

Über die Autorin

Hey, ich bin Anja, Expertin für Mütter mit emotionalem Essverhalten und Gründerin von duinspirierst. 

Auf meinem Blog schreibe ich regelmäßig über persönliche Erfahrungen mit Emotionalem Essen, Körperscham und dem Leben nach einer überwundenen Essstörung.

In diesem Zusammenhang berichte über einschränkende Glaubenssätze, Gedanken, Gefühle und die Heilung des inneren Kindes♥

Als zertifizierte Coachin möchte ich vor allem Mütter erreichen, die ein angespanntes Essverhalten haben, mit sich und ihrem Körper unzufrieden sind und einen Ausweg suchen.

Mütter, die einen eigenen Weg gehen wollen, um ihren Kindern ein natürliches, authentisches und starkes Vorbild zu sein. ♥

Von Herzen,

Deine Anja 

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